• Sylvia Metzler

Persönliches November 2021

Aktualisiert: 7. Dez. 2021


Was uns persönlich am meisten berührt, ist die verehrende Situation, in die Ecuador in den letzten zwei Jahren versetzt wurde. Durch die Corona Maßnahmen sind besonders die Kinder ins Hintertreffen geraten. Die Schulen sind beinahe zwei Jahre geschlossen. Onlineunterricht, gibt es für jene, die sich ein Handy und Internet leisten können. (Nur 10% der Schüler besuchen die Schulen in Präsentunterricht)

In einem Land in dem Bildung zwischen Armut, Extremer Armut oder Oberschicht entscheidet, sind die Auswirkungen dieses Bildungseinbruchs unbeschreiblich. Wir machen uns Sorgen, was aus diesen Kindern und Jugendlichen wird, Die fehlende Bildung und besonders auch die ausbleibende Betreuung wird tiefen Spuren hinterlassen. Bei fast allen Microbusiness erleben wir, dass Kinder viele Stunden am Tag unbetreut zu Hause sind. Dass die Kinder allein mit Handy und Internetzugang zu Hause sind, empfinden wir als fatal. Mehr dazu


Unsere große Frage ist wie können Eltern in all dieser Not gut für ihre Kinder sorgen?


 

Und was uns berührt, bekommen auch unsere Kinder hautnah mit. Sie sehen die Armut und lernen viele Fragen zu stellen, machen sich auch ihre Gedanken.


Vor ein paar Tagen war ich mit Olivia zu Fuss unterweg in der Stadt. An einem großen Kreisverkehr lagerten mehrere Familien mit Kindern. Sie bettelten und die Kinder putzten Autoscheiben für ein wenig Geld. Als wir gerade neben einer kleinen Gruppe vorbei liefen, begann ein größerer Junge seinen kleineren Bruder (wie ich vermutete) zu verprügeln. Ich blieb erschrocken stehen. Er schlug so fest auf ihn ein, dass man jeden Schlag dumpf aufprallen hörte. Und er warf ihn gegen einen Laternenmast genau neben uns. Ich war so erschrocken. "Hör auf, lass ihn los" rief ich. Doch der große hielt den kleinen Jungen fest am Hemd und die Faust zum nächsten Schlag erhoben. Niemand sonst blieb stehen. Ein Bus fuhr mit offener Tür vorbei und ein Mann rief rauf "Hört auf Jungs". Aber die beiden schauten sich wütend an. Dem kleineren rannen die Tränen über die Wangen, aber auch er hatte jetzt die Hand zur fest verschlossenen Faust erhoben. Ich hatte wirklich Angst, dass hier schlimmes passiert, Da zog Olivia an meiner Hand "Mama, I han Angst, goma..bitte!" Ich antwortete ihr, dass wir nicht gehen können. "Bitte, lass deinen Bruder gehen! Hör auf, Bitte!" Der Junge hat mich lange angeschaut. Dann endlich, rief ein erwachsener von weiter hinten, vielleicht der Vater "hört auf!" Und die Jungs gingen auseinander.

Ich hab hier nicht wirklich viel ausgerichtet, wir können gut erahnen, wie es die kommenden Stunden und Tage weiter verlief zwischen den beiden.

Aber was hätte es mit uns gemacht, wenn wir einfach weiter gegangen wären. Olivia hat noch einpaar mal von den beiden gesprochen. Sie sagte, wie leid ihr die beiden tun, weil keiner richtig auf sie schaut, weil sie auf der Straße arbeiten müssen, weil ihr Leben so rauh und arm ist.


 

Wir sind selbst reich beschenkt, dass unsere Kinder gut betreut und beschult werden. Sie machen fleißig mit. Wir freuen uns zu sehen, wie sie wachsen und sich entwickeln. Sie haben inzwischen gut Spanisch gelernt. Mit der Grammatik klemmts manchmal noch, aber sie können sich mit allen fließend unterhalten.

Jakob Olivia und Hannes sind immer noch groß-Familien-Menschen und haben es gern, wenn mehrere zusammen sind. So genießen sie es auch, bei den Aktionen von Pan de Vida mit dabei zu sein. Alle Mitarbeiter begegnen ihnen immer freudig und entgegenkommend. Und besonders unsere jungen vier vom Sozialen Jahr binden sie gern in Aktivitäten ein. Und so vergehen auch Momente von Heimweh wieder schnell.


Appropo Familie - da gab es überraschend Nachwuchs. Wir sind stolze Kaninchenbesitzer nun schon seit einem halben Jahr. Drei Hasendamen, wurde uns versichert und vor ein paar Wochen waren da dann noch lauter Junge Hasenbabies. Das mit den drei "Hasendamen" war wohl doch nicht ganz die Wahrheit. Zur großen Freude unserer Kinder. Sie umsorgen und pflegen nun die ganze Hasenfamilie mit viel Liebe. Für die kleinen sind wir nun am Plätze suche, wo sie nicht im Kochtopf landen. Auch wenn es nicht mein Plan war, eine ganze Hasenschar zu beherbergen, sehe ich, wie gut es den Kindern tut, Führsoge für ein kleines Wesen zu haben, Verantwortung zu übernehmen und ganz live zu erleben, wie spannend und schön Gottes Geschöpfe sind.

 

Hier noch einpaar Einblicke


Creative Workshop in Pan de Vida mit Art Serve Int, unsere Kids sind gern dabei!

 

Olivias Referat über Hasen

 

Jakob und Mateo beim Bau eines Hasenstall


 

Erdbeben in Quito

An diesem Tag hatten wir ein starkes Erdbeben in der Hauptstadt. Das stärkste seit wir in Ecuador sind. Sofort wurde die Schule und PDV evakuiert. Alle haben sich genau an den Evakuierungsplan gehalten und niemand wurde verletzt. Leider sind bei unserem Haus hier einige Fensterscheiben zerbrochen und eine Mauer hat Risse bekommen.

Gott sei Dank nur Materialschaden!

 

Fiesta de Quito

Das wird heuer wieder groß gefeiert und wir durften in Hannes Lerngruppe neues über Quitos Geschichte erfahren.


P.S. Die Bilder täuschen übrigens etwas, in Ecuador ist überall außer im Eigenheim Maskenpflicht. Nur für Fotos wird die Maske oft kurz abgenommen.

 

Wir sind Daniel Metzler, Sylvia Metzler, Jakob Metzler, Olivia Metzler, Hannes Metzler.

Erfahre noch mehr über Senfkorn | Familie Metzler bei Pan de Vida in Ecuador auf


https://www.feg-dornbirn.at/ueber-uns/unser-team/mission-weltweit

https://www.hilfedieankommt.at/de/projekte/entwicklungshilfe/pan-de-vida

https://pandevida.org.ec/

143 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

Blogbeitrag